fpg436 – Zeit für das Wesentliche – Mit 4 Filtern zu klaren Prioritäten
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Letzte Woche habe ich mit dem gesamten Team der Geropp Leadership GmbH zwei Strategietage durchgeführt. Das ganze Team, zwei Tage, Tür zu. Eröffnet habe ich diese Tage mit einem Impulsvortrag. Die Überschrift lautete: Zeit für das Wesentliche.

Strategiemeeting der Geropp Leadership GmbH
Die Kernfrage dahinter: Wofür sollen wir uns in den nächsten Monaten unbedingt Zeit nehmen?
Ich habe die Frage zuerst für mich selbst beantwortet. Bei mir sind es drei Dinge.
Zeit für 3 Dinge
Erstens: der Buchlaunch.
Mein neues Buch „Struktur schlägt Heldentum“ erscheint am 19. November, gleichzeitig auf Deutsch und auf Englisch. Das Manuskript liegt gerade beim Lektor. Ein Buchlaunch bindet enorm viel Zeit und Aufmerksamkeit. Die Zeit dafür muss ich bewusst einplanen.
Zweitens: die Strategie.
Dafür waren auch die Strategietage mit dem Team da, aber über Strategie nachzudenken und immer mal wieder zu adaptieren, dafür nehme ich mir auch regelmässig Auszeiten, auch in den nächsten Monaten.
Drittens: meine eigene Rolle und meine Vision.
Und hier muss Ihnen etwas gestehen. Ich erzähle in diesem Podcast seit Jahren, wie wichtig eine klare Vision ist. Ich frage meine Kunden regelmäßig danach.
Bei der Vorbereitung der Strategietage habe ich nachgeschaut, wann ich selbst das letzte Mal ernsthaft an meiner eigenen Vision persönlich wie auch für meine Geropp Leadership GmbH gearbeitet habe. Das Ergebnis: 2021. Vor fünf Jahren.
Na Sie kennen sicherlich das Sprichwort mit dem Schuster, der die schlechtesten Schuhe hat. Tja.
Was bleibt?
In fünf Jahren hat sich bei mir und im Unternehmen viel verändert. Wir sind gewachsen, aber der Kern der Vision trägt noch. Meine Mission „Mehr führen, weniger managen“ gilt unverändert. Meine Werte auch.
Und bei der Erfolgsmessung gilt für uns weiterhin: Kundenzufriedenheit und Profitabilität stehen vor Umsatz.
Was kommt dazu?
Aber es sind Themen dazugekommen, die 2021 noch keine Rolle gespielt haben. Drei davon möchte ich kurz nennen, weil sie auch für Ihr Unternehmen relevant sein können.
- Unabhängigkeit von mir selbst. Ich predige meinen Kunden, dass ihr Unternehmen unabhängiger vom Chef werden muss. Das sollte auch für mich gelten. Also wende ich mein Modell, was ich in meinem neuen Buch im Detail vorstellen werde, jetzt konsequent auch auf mich und mein eigenes Unternehmen an.Konkret heißt das: Ich ziehe mich mehr aus dem operativen raus. Ich baue Kollegen auf, die selbst als Frontleute agieren, im deutschsprachigen ist das Ersin und im englischsprachigen Markt Brian. Mein Schwerpunkt verschiebt sich auf Strategie, Mentoring und die Contenterstellung.
- Klein, aber fein. Mein Core Team ist gesetzt. Wachstum bedeutet für uns: mehr Wirkung und mehr Marge pro Kopf. Ohne Investoren und aus eigener Kraft.Und damit das Ganze greifbar bleibt, haben wir uns ein Ziel gesetzt, das Spaß macht: Wenn wir unser Margenziel erreichen, fliegt das komplette Team nach Südafrika. Business Class. Workshops geben, Weinregion um Kapstadt inklusive. Kein Datum, der Auslöser ist die Marge.
- Meine Rolle als Mentor. Was das konkret bedeutet, will ich bis Dezember ausarbeiten. Da finden dann die nächsten 2 Strategietage mit meinem Team statt und da werde ich das vorstellen.Das ist ein wichtiger Punkt, meine Rolle in den nächsten Jahren. Dafür will ich mir bewusst Zeit nehmen.
Die vier Filter

4-filter
Jetzt kommen wir zum praktischsten Teil der Folge. Denn eine Vision und drei Prioritäten helfen wenig, wenn im Alltag ständig neue Ideen dazukommen.
Vielleicht kennen Sie das auch schon. Es passiert bei jedem guten Strategiemeeting: Am Ende steht eine lange Liste ganz toller Ideen, auf die alle Lust haben die umzusetzen. Und dann ist die größte Herausforderung danach der Fokus, Prioritätensetzung: Was tun und was nicht?
Deswegen haben wir vier Filter eingeführt. Jede neue Idee, jedes neue Projekt läuft bei uns durch diese vier Filter.
Filter 1: Marge.
Was bleibt am Ende übrig? Kostet uns die Idee Geld oder bringt sie welches?
Filter 2: Unabhängigkeit.
Hängt das Projekt stark operativ an mir? Wenn ja, ist das eine red Flag.
Filter 3: Kapazität.
Können wir das zusätzliche Projekt neben dem Tagesgeschäft überhaupt stemmen? Marketing, Umsetzung, alles inklusive.
Filter 4: Energie.
Passt es zu uns und macht es uns Spaß?
Unterschätzen Sie Filter 4 nicht.
Was wir tun, wofür wir uns engagieren, für was wir uns entscheiden: Ja es muss sich rechnen, keine Frage. Ja, es sollte nicht überfordern, aber vor allem gilt für mich: Es muss Spaß machen, denn sonst bringt es nichts! Unsere Lebenszeit ist begrenzt und sie kann schneller zu Ende sein, als wir denken.
Wie funktionieren nun die 4 Filter? Hier ein praktisches Beispiel aus unserem Strategie Workshop?
Praxisbeispiel Event in Kanada
Eine Idee aus unseren Strategietagen war ein Live-Event in Kanada, erste Hälfte 2027. Ich finde die Idee großartig. Aber gehen wir die Filter durch.

vier-filter
Filter 1: Marge:
Hohe Reisekosten drücken die Marge. Ein Workshop hier in Deutschland ist deutlich günstiger. Erster Dämpfer.
Filter 2: Unabhängigkeit:
Dieser Event würde zur Zeit stark an mir hängen, weil wir den englischsprachigen Markt erst aufbauen, ich also der Frontman wäre. Also eine Red Flag.
Filter 3: Kapazität:
Wir haben in den nächsten Monaten den Buchlaunch und uns bereits für diverse andere Projekte committet. Deshalb Kapazität? Die ehrliche Antwort lautet: nein, haben wir dafür nicht.
Filter 4: Energie: Würde das Spaß machen?
Ja absolut. Mein Team und ich hätten da rießig Lust drauf.
Aber ein Ja bei einem von vier Filtern reicht eben nicht.
Das Ergebnis: Das Projekt wird geparkt. Wichtig ist hier die Unterscheidung: Geparkt bedeutet, die Idee kommt auf eine Wiedervorlage-Liste. In einem halben Jahr schauen wir sie uns erneut an. So bleibt der Fokus erhalten und gute Ideen gehen trotzdem nicht verloren.
Mein Tipp für Sie: Definieren Sie Ihre eigenen Filter. Es müssen keine vier sein und es müssen bei Ihnen wahrscheinlich auch andere Kriterien sein.
Entscheidend ist, dass Sie jede neue Idee durch dieselben Filter schicken. Das macht Prioritätsentscheidungen schneller, nachvollziehbarer und weniger emotional.
Soweit also die 4 Filter.
Zusammenfassung und Fragen an Sie
Fassen wir zusammen. Bei unseren Strategietagen ging es im Kern um eine einzige Frage: Wofür nehmen wir uns in den nächsten Monaten bewusst Zeit?
Meine drei Antworten: der Buchlaunch, die Strategie und meine eigene Rolle und Vision. Und damit der Fokus im Alltag erhalten bleibt, läuft bei uns jede neue Idee durch vier Filter: Marge, Unabhängigkeit, Kapazität und Energie.
Jetzt sind Sie dran. Ich gebe Ihnen drei Fragen mit:
- Wofür nehmen Sie sich in den nächsten Monaten bewusst Zeit? Was ist für Sie das Wesentliche?
- Was wären Ihre Filter, um bei neuen Ideen Wichtiges von Unwichtigem zu trennen?
- Wann haben Sie Ihre Vision zuletzt überprüft? Ihre unternehmerische und Ihre persönliche.
Mein Vorschlag: Blocken Sie sich dafür diese Woche noch 30 Minuten im Kalender. Tür zu, Handy aus. Sie werden überrascht sein, was dabei herauskommt. Denn eines haben mir die letzten Tage wieder deutlich gemacht:
Das Wesentliche wartet nicht, bis wir Zeit dafür haben.
Unabhängigkeit
Ein Thema aus dieser Folge möchte ich noch einmal aufgreifen: die Unabhängigkeit. Ich habe Ihnen erzählt, dass ich mein eigenes Unternehmen unabhängiger von mir machen will.
Genau darum geht es auch in meinem neuen Buch „Struktur schlägt Heldentum“, das am 19. November erscheint.
Wenn Sie dieses Thema bei sich angehen wollen, müssen Sie aber gar nicht bis November warten. Am Donnerstag nächster Woche, am 23. Juli um 17 Uhr, gebe ich dazu ein kostenloses Live-Webinar: „Wie Sie Ihr Unternehmen unabhängiger von sich machen„.
Vielleicht kennen Sie die Situation: Sie haben Mitarbeiter, vielleicht sogar Führungskräfte. Trotzdem bleibt am Ende alles an Ihnen hängen. Entscheidungen warten auf Sie, Ihre Leute sichern sich ständig bei Ihnen ab und Sie löschen Brände im Tagesgeschäft, statt am Unternehmen zu arbeiten.
Im Webinar zeige ich Ihnen die wahre Ursache dafür und stelle Ihnen das 5-Ebenen-Modell vor, mit dem Sie sich Schritt für Schritt aus dieser operativen Abhängigkeit befreien.
Das Webinar dauert 75 Minuten inklusive Live-Fragerunde und läuft über Zoom. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Aufzeichnung gibt es auch.
Das inspirierende Zitat
Nicht wenig Zeit haben wir, sondern viel Zeit vergeuden wir.“
Seneca
Der Unabhängigkeits-Check
Wissen Sie eigentlich, wie abhängig Ihr Unternehmen heute wirklich von Ihnen ist?
Die meisten Inhaber haben da ein Gefühl, aber kein klares Bild. Sie wissen, dass zu viel an ihnen hängt. Aber wo genau? Und was wäre der nächste sinnvolle Schritt?
Genau dafür habe ich den Unabhängigkeits-Check entwickelt.
16 Fragen, fünf Minuten und Sie sehen schwarz auf weiß, wie es um Ihr Unternehmen in fünf zentralen Bereichen steht: von Ihrer persönlichen Führung über Struktur und Strategie bis hin zu Ihrem Team.
Am Ende bekommen Sie ein individuelles Ergebnis und zwar mit einer konkreten Einschätzung, wo Sie heute stehen und worauf es für Sie als nächstes ankommt.

