fpg418 – Niemand will mehr führen? Warum das nicht stimmt.
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Irgendwie hört man es immer häufiger: Die jungen Leute wollen angeblich keine Verantwortung mehr übernehmen. Immer weniger wollen Führungskraft werden. Wir haben eine Führungskrise.
Und die Diagnose folgt dann auf dem Fuß: Generation Z ist bequem, ambitionslos, nicht belastbar.
Ist das so? Ich glaube das nicht.
Die Zahl, die mich zum Nachdenken gebracht hat
Immer wieder taucht die Deloitte Studie auf: Dort wird angeblich behauptet, dass 94 Prozent der jungen Menschen geführt werden wollen und nur 6 Prozent wollen selbst führen.
Ist das so?
Tatsächlich stützt die Deloitte Gen Z and Millennial Survey 2025 nicht die These einer generellen „Verantwortungslosigkeit“.
Die Studie zeigt vielmehr eine Neubewertung von Karriere: Viele junge Menschen streben nicht mehr primär nach klassischen Führungspositionen. Es sind nur 6 % der Gen Z, die dies als Hauptziel angeben.
Aber die Gen Z legt weiterhin großen Wert auf berufliche Weiterentwicklung, Sinnhaftigkeit („Purpose“), finanzielle Sicherheit und Work-Life-Balance.
Die Generation Z verbindet klassische Managementrollen oft mit Bedingungen, die sie ablehnt und das kann ich gut verstehen:
- Hoher Stress bei geringem Mehrwert:
Viele empfinden das mittlere Management als „Sackgasse“ mit hohem Burnout-Risiko, aber wenig echter Entscheidungsbefugnis. - Mangelnde Autonomie:
Klassische Strukturen werden als zu starr und bevormundend wahrgenommen. - Schlechte Work-Life-Balance:
Das Vorbild der Babyboomer, bei denen die Arbeit als Lebensinhalt gilt, ist für die Gen Z kein erstrebenswertes Modell.
Es geht also nicht darum, Führung abzulehnen, weder geführt noch in der Rolle als Führungskraft.
Es geht darum, die althergebrachte Art der Führung und damit verbundene krankmachende Strukturen abzulehnen.
Führung ist kein Zufall
Schauen Sie sich jede funktionierende Gruppe an – egal ob Unternehmen, Sportteam, Militär oder eine Jagdgruppe in der Steinzeit. Sie sehen immer dasselbe Muster: Es gibt Führung.
Nicht, weil jemand Macht ausüben will. Sondern weil es notwendig ist.
Ohne Führung gibt es keine Richtung, keine Entscheidung, kein Ergebnis.
Was wir heute daraus machen
In vielen Unternehmen wird versucht, Führung zu demokratisieren. Das klingt erstmal gut. Demokratie ist in unserer Gesellschaft das richtige Prinzip – im Unternehmen aber führt es in die Irre.
Die typischen Symptome kennen Sie: Jeder darf mitreden. Jeder wird gehört. Jeder hat eine Meinung. Aber keiner entscheidet. Keiner übernimmt Verantwortung. Und keiner will die Konsequenzen tragen.
So geht die Klarheit verloren.
Der eigentliche Denkfehler
Der zentrale Denkfehler ist folgender: Führung wird mit Macht gleichgesetzt und wer nach Macht strebt, der ist böse. Macht wird als etwas Negatives gesehen.
Also versucht man, Macht zu vermeiden. Entscheidungen werden weichgespült. Verantwortung wird verteilt. Klarheit geht verloren.
Das Ergebnis: Frust, Ineffizienz und die typischen politischen Spielchen.
Was dann wirklich passiert
Wenn es keine klare Führung gibt, entsteht nicht etwa mehr Freiheit. Es entsteht etwas anderes.
- Erstens:
Informelle Macht. Die Lauten entscheiden, die Dominanten setzen sich und das sind meist nicht die Kompetentesten. Das sieht man schön in der Politik. - Zweitens:
Verantwortungsdiffusion. „Das haben wir gemeinsam entschieden“ – heißt im Klartext: Niemand ist verantwortlich. - Drittens:
Stillstand. Alles wird diskutiert, nichts wird entschieden.
Warum viele keine Führung mehr wollen
Jetzt kommt der entscheidende Punkt: Warum wollen denn so wenige führen?
Nicht weil sie faul sind. Sondern weil sie sehen, was Führung heute oft bedeutet: undankbar, ohne echte Entscheidungsfreiheit, aber mit voller Verantwortung und Konsequenz, wenn etwas schief geht.
Das ist die schlechteste Kombination, die es gibt. Warum sollte man sich das antun?
Was gute Führung wirklich ist
Deshalb müssen wir Führung neu denken: Nicht als Machtinstrument, sondern als Verantwortungsträgerschaft.
Gute Führung bedeutet, Entscheidungsbefugnis zu haben, klare Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und die Konsequenzen zu tragen und zwar im Interesse des Unternehmens und der Mitarbeiter.
Konkret heißt das:
Input einholen?
Ja, gerne auch von vielen, vor allem den Kompetentesten und denen die davon betroffen sind.
Entscheiden?
Bitte einer. Nicht eine Gruppe.
Verantwortung tragen?
Ja, aber bitte einer. Nicht eine Gruppe.
Klartext
Ein Unternehmen ist keine Demokratie. Denn Demokratie optimiert Beteiligung. Unternehmen optimieren Ergebnis.
Das erfordert klare Rollen, klare Entscheidungsrechte und klare Verantwortung. Nicht als Selbstzweck, sondern weil es funktioniert.
Eine Frage für Sie
Wenn Sie Unternehmer oder Geschäftsführer sind, stellen Sie sich bitte eine einfache Frage: Wo in Ihrem Unternehmen reden gerade alle mit, aber keiner entscheidet?
Dort verlieren Sie gerade Geschwindigkeit, Energie und am Ende Geld.
Schlussgedanke
Führung ist nicht das Problem. Fehlende, unklare, verantwortungslose Führung ist das Problem.
Die meisten Menschen wollen geführt werden. Nicht kontrolliert. Nicht dominiert. Sondern geführt – mit Klarheit, mit Verantwortung, mit Konsequenz und das gilt für Genz Z wie auch für die Boomer Generation.
Wenn Sie genau an diesem Punkt stehen – mehr Klarheit, bessere Entscheidungen, weniger Chaos im Unternehmen – dann ist das in den seltensten Fällen ein Persönlichkeitsproblem.
Es ist ein Strukturproblem.
Und wenn Sie dieses Strukturproblem konkret angehen wollen: Coach Ersin und ich haben dafür einen Workshop entwickelt.
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Das inspirierende Zitat
„Führung bedeutet nicht, alle einzubeziehen.
Führung bedeutet, am Ende die Entscheidung zu treffen – und dafür geradezustehen.“Bernd Geropp

