fpg409 – Warum so viele KI Initiativen in Unternehmen scheitern
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KI steht aktuell in fast jedem Strategiepapier von Unternehmen. In fast jedem Führungskreis fällt inzwischen der Satz:
„Wir müssen da jetzt endlich was machen.“
Und genau dort beginnt das Problem.
Denn die meisten KI-Initiativen scheitern ja nicht an der Technologie. Sie scheitern an Führung.
Heute will ich mal aufzeigen, warum das so ist, meiner Meinung nach. Auch möchte ich Ihnen drei Denkfehler vorstellen, die ich in KMUs in der letzten Zeit immer wieder beobachte.
Außerdem werden wir darüber sprechen, was Sie denn jetzt genau klären sollten, bevor Sie auch nur ein einziges Tool einführen.
KI Summit
Dieser Beitrag wird gesponsert von Personio. Personio veranstaltet das KI Summit am 19. März 2026 von 14 bis 17 Uhr: Das Thema: Klar führen, wenn KI das Tempo anzieht.
Es ist gedacht für HR‑Teams und Führungskräfte. Mit hochkarätigen Speakern, kompakten Online-Sessions und KI-Praxiswissen, das sich direkt umsetzen lässt.
Das typische Einstiegsszenario
Gerade sehe ich ein typisches Muster, das sich immer wieder wiederholt. Ich nenne es das typische Einstiegsszenario:
Ein Geschäftsführer kommt von einer Veranstaltung zurück. Er hat gesehen, was mit KI bei anderen Unternehmen alles möglich ist und sagt im Führungskreis:
„Wir müssen endlich KI einführen. Das ist die Zukunft. Wir sind eigentlich schon fast zu spät dran.“
Alle nicken.
Und dann passiert: nix. – Oder es passiert das Falsche.
Man startet unter Zeitdruck mit Pilotprojekten. Ein wenig rumspielen mit ChatGPT und Copilot. Und dann kursieren so ein paar Prompts, vielleicht auch Customized GPTs. Aber es gibt keine Klarheit, es gibt kein Ziel, keinen Rahmen.
Und nach drei Monaten heißt es dann:
„Das bringt uns hier noch nicht wirklich weiter.“
Der Grund dafür ist einfach: KI ist kein IT-Projekt. Es ist ein Führungs- und Organisationsprojekt.
Denkfehler 1: KI ohne klares Ziel
Viele Unternehmen starten mit der Frage:
„Was kann KI?“
Dabei lautet die richtige Frage:
„Welches Problem wollen wir denn konkret lösen?“
Wollen wir Entscheidungsprozesse beschleunigen? Angebotszeiten verkürzen? Führungskräfte entlasten? Recruiting strukturieren?
Wenn das Ziel fehlt, entsteht Aktivität ohne Richtung.
Ja, KI verstärkt Prozesse, macht sie effizienter und schneller. Aber wenn der Prozess schlecht ist, dann wird er durch KI nur schneller schlecht.
Denkfehler 2: KI als Tool statt als Strukturthema
Die Technologie ist der einfachste Teil. Schwierig werden die Fragen dahinter:
- Welche Entscheidungen bleiben beim Menschen?
- Wo dürfen Mitarbeiter eigenständig KI nutzen und wo nicht?
- Welche Standards gelten unternehmensweit?
- Wie gehen wir denn mit Fehlern um?
Wer diese Fragen nicht klärt, erzeugt Unsicherheit. Und Unsicherheit führt zu zwei Extremen: Entweder Mitarbeiter nutzen KI heimlich oder sie nutzen sie gar nicht. Beides ist ein Problem.
Es sollte Ihnen klar sein: KI verändert Rollen. Und Rollenveränderung ist immer eine Führungsaufgabe. Es ist keine IT-Aufgabe.
Denkfehler 3: Angst wird unterschätzt
KI erzeugt Unsicherheit. Wir brauchen doch nur die Nachrichten anzusehen oder die Zeitung aufzuschlagen.
„KI ersetzt Millionen Jobs.“
„KI wird klüger als der Mensch. Forscher warnen vor Kontrollverlust“
„Algorithmus diskriminiert Bewerber“
Da ist es verständlich, dass Mitarbeiter besorgt sind. Nicht, weil Mitarbeiter technologiefeindlich sind. Sondern weil sie sich berechtigte Fragen stellen:
Wird meine Rolle überflüssig? Was muss ich jetzt können? Werde ich überhaupt noch gebraucht?
Wenn Führung diese Fragen nicht aktiv adressiert, entsteht Widerstand. Das schlimme daran ist: Der Widerstand ist oft still, aber hartnäckig.
Wenn Sie KI einführen in Ihrem Unternehmen, dann braucht das Führung und Orientierung. Fehlt beides, drohen Vertrauensverlust und Produktivitätseinbußen.
Das ist kein HR-Detail. Das ist ein handfestes unternehmerisches Risiko.
Die Rolle von Führung
Viele Geschäftsführer erwarten, dass HR „die KI-Sache jetzt regelt.“ Das funktioniert aber nicht.
HR kann nur dann strategisch handeln, wenn die Geschäftsführung vorher Klarheit schafft:
- Welche Richtung verfolgen wir denn?
- Welche Kompetenzen bauen wir auf?
- Wo investieren wir bewusst Zeit und Geld?
KI ohne strategische Einbettung bleibt Spielerei und das merken Ihre Mitarbeiter schneller als Sie denken.
Die Alltagsebene: Wo viele anfangen sollten
Bevor Sie über KI Transformation und Einführung von unternehmensweiten KI-Projekten reden, sollten Sie meiner Meinung nach eine ganz pragmatische Ebene nicht überspringen.
Viele Geschäftsführer und Führungskräfte wollen KI einsetzen. Sie wissen aber gar nicht, wie das im konkreten Arbeitsalltag aussehen soll. Bevor wir strategisch werden, sollen wir erstmal einiges verstehen.
Viele reden über KI, haben aber ChatGPT nur so ausprobiert, wie sie auch Google nutzen. Da kommt dann auch mal was nettes raus. Die E-Mails werden besser geschrieben. Aber das kann es ja wohl nicht sein, oder?
Was geht denn noch mit KI? Und was nicht? Wo halluziniert die KI? Wo setze ich sie besser nicht ein? Wie bekomme ich gute Antworten von einem LLM und keinen generativen Quark?
Ganz praktisch:
- Wie können Sie sinnvoll ein schwierigen Mitarbeitergespräch vorbereiten mit Ihrer KI?
- Wie lassen Sie sich durch KI bei Entscheidungen helfen?
- Wie können Sie das strukturieren?
- Wie können Sie komplexe Informationen zusammen fassen.
- Wie funktioniert ein hilfreiches Sparring mit einer KI bei beispielsweise Argumentationen?
Genau dafür habe ich einen schlanken KI-Kurs entwickelt mit einem klaren Ziel: Führungskräften zu zeigen, wie sie persönlich KI sinnvoll im Alltag einsetzen. Nicht als Ersatz für eigenes Denken, sondern als Denkverstärker.
Ich bin selbst auch kein IT-Spezialist. Mein Fokus ist Führung in der Praxis. Und genau deshalb zeige ich Ihnen nicht, was technisch möglich ist, sondern was für Führungskräfte sinnvoll ist.
Das ist aber nur die erste Stufe. Was dieser Kurs bewusst nicht leisten kann sind: Unternehmensweite strukturelle Fragen zu klären oder Organisationsstrategien zu entwickeln oder kulturelle Themen zu bearbeiten. Dafür braucht es ganz andere Formate.
Was strategisch wirklich geklärt werden muss
Bevor Sie KI breit einführen, sollten Sie persönlich damit rumgespielt haben, um ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie eben besprochen.
Danach brauchen Sie aber Antworten auf drei wichtige Fragen:
- Was soll durch KI in Ihrem Unternehmen konkret besser werden?
Nicht abstrakt. - Welche Rolle hat der Mensch künftig, wenn Sie KI einführen?
Wo bleibt Urteilskraft, Verantwortung, Führung? - Wie begleiten Sie diesen Wandel in Ihrem Unternehmen kommunikativ?
Sie wissen ja: Transparenz reduziert Angst. Unklarheit verstärkt sie.
Deswegen ist bei jedem Change Projekt und genau das ist KI Einführung die richtige Kommunikation so wichtig.
Warum strukturierter Austausch entscheidend ist
An diesem Punkt bei dem Versuch diese drei Fragen zu beantworten stoßen viele Unternehmer und Unternehmen an ihre Grenzen. Nicht etwa weil das Thema zu komplex wäre, sondern weil sie es isoliert angehen.
KI ist kein reines Effizienzthema. Es ist ein Führungs-, HR- und Kulturthema gleichzeitig.
Formate, in denen genau das diskutiert wird – nicht auf Tool-Ebene, sondern auf struktureller Ebene – sind deshalb so wertvoll. Da können Sie sich orientieren, wie Sie KI unternehmensweit erfolgreich einsetzen können und wie sie die drei Fragen beantworten für Ihr Unternehmen.
Der KI Summit von Personio setzt genau dort an. Es geht um die Fragen, die wirklich zählen:
- Wie verändert KI die Rolle von HR?
- Welche Kompetenzen brauchen Führungskräfte?
- Wie gestaltet man diesen Wandel verantwortungsvoll?
Ich kann Ihnen die Teilnahme nur wärmstens empfehlen, wenn Sie vor der Aufgabe stehen, KI unternehmensweit einzuführen.
Links
- Personios KI Summit
- Mein KI-Kurs für Führungskräfte:
https://www.mehr-fuehren.de/videokurs-ki-und-fuehrung
Das passende Zitat
„Wie führen wir KI in unserem Unternehmen ein?
Das ist keine Technologiefrage. Es ist eine Führungsfrage.“Bernd Geropp
