Wenn ein Mitarbeiter ständig über Probleme redet, entgegnen viele Vorgesetzte gerne:
„Bei uns gibt es keine Probleme, es gibt nur Herausforderungen!“
Was passiert hier? Der Vorgesetzte deutet die Situation einfach um. Das negativ assoziierte Problem wird zu etwas Positivem, nämlich einer Herausforderung.
Wenn’s doch nur so einfach wäre. Dieses Umdeuten, auch Reframing genannt, kann zwar funktionieren, aber: Der obige Spruch ist schon so ausgelutscht, dass die meisten Mitarbeiter dabei nur noch mit den Augen rollen.
Veränderte Wahrnehmung
Generell ist „Umdeuten“ aber durchaus hilfreich. Schon Albert Einstein sagte:
„Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“
An einer bestehenden Situation können Sie manchmal zu Beginn nichts ändern. Aber Sie können zumindest zu einer veränderten Sichtweise der Situation gelangen. Hierzu müssen Sie Ihre eigenen Vorstellungen, Annahmen und Glaubenssätze in Frage stellen. – Aber wie macht man das?
Ohne Anstoß oder Anregung von außen gelingt das nur selten.
Affenmärchen
Das provokative Wirtschaftssachbuch „Affenmärchen“ von Gebhard Borck ist eine solche Anregung. Als ich es im Dezember 2011 in die Hände bekam, hat es mich von Anfang an sehr gefesselt. Vieles darin hat mich auch nachdenklich gemacht und – ja, einige Passagen waren auch Anstoß einige meiner eigenen Glaubenssätze in Frage zu stellen.
„Affenmärchen“ beschreibt sehr treffend, was heute mit der Mitarbeiterführung in Unternehmen schief läuft:
„In vielen Unternehmen stehen Politik und politisches Ränkespiel über der Sinnhaftigkeit.“
Immer nach dem Motto: Sinn macht es zwar keinen, aber unsere Führungsetage will es halt so. Gebhard Borck beschreibt in seinem Buch aber auch, was man ändern sollte, wie es anders sein kann und was das bedeutet.
Sinnstiftung oder Sinnkopplung?
Laut Gebhard Borck sollte Sinn zentrales Thema der Führung sein. Dabei geht es nicht darum, dass der Vorgesetzte Sinn stiftet! Kein Mensch kann einem anderen von außen Sinn stiften! Es geht vielmehr darum, dass jeder Mensch selbst entscheidet, ob er etwas als sinnvoll erachtet und annimmt. Für dieses aktive Tun verwendet Gebhard Borck den Begriff: Sinnkoppeln.
Ein Vorstand kann also mit einer Unternehmensvision nicht Sinn stiften. Er kann nur versuchen, die Mitarbeiter für die Unternehmensvision zu begeistern. Wenn er die Mitarbeiter mit Respekt behandelt, auf Augenhöhe begegnet und eine attraktive Vision hat, dann hat er eine gute Chance, dass viele Mitarbeiter sich auch seiner Vision verschreiben, also sinnkoppeln. Anordnen kann er es aber nicht!
Freie Mitarbeiter
Grundlage für Sinnkopplung ist die Freiheit, sie wollen zu können!
„Es geht um wollen statt müssen, um leben statt funktionieren, sein statt haben!“
Denkt man das zu Ende, kommt man schnell zur Erkenntnis, dass die meisten Mitarbeiter die Freiheit, zu entscheiden, ob sie sinnkoppeln wollen, nicht haben. Die große Mehrheit der Angestellten in Deutschland muss arbeiten gehen, um ihren Lebensstandard zu bezahlen. Wirkliche Sinnkopplung? Fehlanzeige!
Abhängige Beschäftigung ist damit systematisiert das genaue Gegenteil von sinngekoppelter Arbeit.
Unternehmen sollten auf Sinnkopplung setzen
Gebhard Borck beschreibt, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern die Freiheit geben müssen, sich zu koppeln. Das ist einfacher gesagt als getan. Leider überfordert diese Einstellung heute die meisten Unternehmen. Zumindest kann ich mir das in vielen großen Konzernen diese Veränderung noch nicht vorstellen.
Trotzdem oder gerade deswegen ist es so wichtig, dass immer mehr Menschen sich mit den Gedanken und Ideen aus Affenmärchen auseinandersetzen und darüber diskutieren. Machen auch Sie mit!
Operation Monkey Business
„Affenmärchen“ gibt es als Buch zu kaufen. Sie können es aber auch kostenlos im Internet unter Affenmärchen in voller Länge lesen.
Gebhard Borck will nun sein Buch Affenmärchen ins Englische übersetzen lassen. Die Finanzierung hierzu erfolgt über eine Crowdfunding Kampagne bei startnext.de.
Ich finde das Klasse und unterstütze das Projekt ideel und finanziell. Machen auch Sie mit! Hier steht, wie es geht:
Operation Monkey Business
„Arbeit kann Spaß machen, für Wohlstand sorgen und sinnvoll sein!“

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Eine gute und kurze Zusammenfassung.
Auch ich unterstütze das Crowdfunding Projekt.
Schöne Grüße,
Hans Osmers
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